Der Sportverein im Zeitspiegel

 

Aller Anfang ist schwer und viele namhafte Vereine haben mal klein angefangen. Wir sind sehr stolz das wir bald das 50. Jubiläum feiern dürfen.

 

Alten Aufzeichnungen und Zeitungsausschnitten zufolge existierte schon 1922 in Rindelbach ein Kraftsportverein. Im Garten des Gasthauses "Linde" standen die Turngeräte wie Hanteln, Reck den sportbegeisterten jungen Männern zur Verfügung.

 

Jede offizielle Vereinsgründung hat ihre, teils amüsante, teils abenteuerliche "Vorgeschichte". Herbert Weishaar, der später erster Vorsitzender des neu gegründeten Sportvereins Rindelbach wurde, erinnert sich:

Schon zu Beginn der 60er Jahre fanden sich Fußballbegeisterte zu Freundschaftsspielen, z.B. in Ellenberg oder auf "Jockeles Wiese" gegen die Arbeiter beim Stauseebau (Kressbach) zusammen. Nachdem schon einige Jungmänner in Eggenrot, Eigenzell und Ellwangen kickten, war der Ruf nach einem eigenen Rindelbacher Sportverein unüberhörbar.

Ein verheißungsvoller Anfang im Siedlungsgebiet Kellerhaus nahm mit dem Tod seines "Anstifters" H. Stock ein schnelles Ende. Um die Jahreswende 1963/64 beendete Rolf Fessele aus Rotenbach eine lebhafte Diskussion in der "Rose" mit der Zusage einer 100-DM-Spende als Startkapital zur Gründung eines Sportvereins. Kurz entschlossen gingen einige Tage später drei Fußballfans (Horst Ilg, Helmut Kurz und Lothar Härtel) zu Bürgermeister Merz, der diesen zwar die Unterstützung der Gemeinde, aber kein Gelände für einen Sportplatz zusagen konnte. Nach diesem missglückten Startversuch zeigte sich in der "Rose" dennoch bald ein Lichtstreifen am Fußballhorizont, als deren Wirt R. Mayer Gelände aus ihrer aufgegebenen Landwirtschaft zur Verfügung stellte. Noch am selben Abend ging ich mit zwei Mann zum Sportplatzgeländehandel. Den anfänglichen Widerstand "Ja, soll ich vielleicht meine Kühe mit Fußbäll' füttra?" konnte ich nach mehreren Gesprächen abbauen, so dass schließlich die "Anwältin", Frau Fuchs, ihren Gatten mit dem Argument überzeugen konnte: "Jetzt sag halt ja. No wisset mer au, wo osre Kender sich romtreibat!" Der Startschuss zum Bau eines Sportplatzes war gegeben: Die Gemeinde übernahm die Pacht, dafür durfte die Schule das Gelände mitbenützen. Mit einem eigenen Sportplatz als Grundlage war es nun höchste Zeit, die längst fällige Gründungsversammlung einzuberufen.

Am 15. Februar 1964 ist die Gastwirtschaft "Rose" Schauplatz der Gründungsversammlung für den Sportverein Rindelbach. Die Interessenten aus den Ortsteilen Rindelbach, Kellerhaus und Rotkreuz werden vom "Rose"-Wirt Rudolf Mayer begrüßt, die vorbereitete Vereinssatzung wird von Herbert Weishaar zur Beschlussfassung vorgelegt, welche einstimmig erfolgt. Die in offener Abstimmung durchgeführten Wahlen ergaben folgende erste SVR-Vorstandschaft: Erster Vorsitzender Herbert Weishaar, zweiter Vorsitzender Rudolf Mayer, Kassier Dmytro Hadewicz, Schriftführer Werner Bauernfeind. Zum Zeichen guter Zusammenarbeit spendet der Musikverein Rindelbach bald darauf 50 Mark und auch die politische Gemeinde greift dem neuen Verein mit 350 Mark für die Erstausstattung unter die Arme.

Mit 23 aktiven und 17 passiven Mitgliedern beginnt für den Sportverein Rindelbach eine an Höhen und Tiefen, Erfolgen und Niederlagen, aber von stetigem Wachstum geprägte Vereinsgeschichte.